Die Verhandlungen mit der AOK Nordost zu neuen Vergütungssätzen für Krankenfahrten im Land Brandenburg für 2026 sind gescheitert. In der letzten Verhandlungsrunde zwischen der Krankenkasse und den in der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Anbietern von Krankenfahrten zeigte sich die Kasse nicht bereit, ein tragfähiges Angebot vorzulegen. Während sich die Arbeitsgemeinschaft deutlich auf die Kasse zubewegt hat, sah sich die AOK außerstande, den Anbietern entscheidend entgegenzukommen.
Dies wird nun landesweit Konsequenzen für die weitere Versorgung von Patienten der AOK haben. Für Patienten anderer Kassen gelten dagegen bis auf Weiteres die bisherigen Konditionen, da die Arbeitsgemeinschaft mit den Ersatzkassen (vdek) weiterhin in Verhandlungen steht.
Die Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF) sieht folgende Maßnahmen gegenüber der AOK für Transporte ihrer Versicherten vor:
- Angeschlossene Taxi- und Mietwagenunternehmen werden ab dem 9. Januar 2026 von AOK-Versicherten grundsätzlich keine Transportscheine mehr annehmen.
- Grundlage für eine Beförderung OHNE Transportschein von Versicherten der AOK ist bis auf Weiteres eine Barzahlung oder Bezahlung auf Rechnung. Der Preis richtet sich für Mietwagenunternehmen nach einer landesweit einheitlichen Tabelle, für Taxifahrten kommt der regional gültige Taxitarif zum Tragen.
- Davon ausgenommen sind bis zum 31. Januar 2026 Fahrten zu Dialyse, Chemo- oder Strahlentherapie, für die bereits ein so genannter „Serientransportschein“ angenommen wurde. Die Anbieter wollen damit sicherstellen, dass niemand gesundheitlich gefährdet wird und der AOK genügend Zeit einräumen, um bis Februar eine Alternative zu finden.
- Auch andere Transportscheine, die bereits angenommen wurden, behalten bis spätestens Ende Januar ihre Gültigkeit.
„Wir bedauern sehr, dass es trotz intensiver Verhandlungen und konstruktiver, realistischer Angebote seitens der Arbeitsgemeinschaft an die AOK nicht gelungen ist, eine im Sinne der Patientenversorgung in Brandenburg tragfähige Lösung zu entwickeln. Die Konsequenzen aus der Verweigerungshaltung der AOK sollten nicht auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten ausgetragen werden. Den Anbieterverbänden bleibt aber angesichts der akuten Kostensituation wirtschaftlich keine andere Wahl!“, so Andreas Kaczynski, Sprecher der BAGF.

