Am 15.01.2026 fand eine weitere Verhandlungsrunde der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste mit den Ersatzkassen statt. Beteiligt waren der Paritätische Brandenburg, die Taxiinnung sowie Vertreter des Arbeiter-Samariter-Bund, des Deutsches Rotes Kreuz und der Johanniter-Unfall-Hilfe.
Eine Einigung wurde nicht erzielt, die Gespräche werden fortgeführt. Im Zentrum steht weiterhin die unzureichende Vergütung von Krankenfahrten. Die aktuellen Kostensätze berücksichtigen weder gestiegene Betriebs- und Fahrzeugkosten noch Arbeitsschutz, Versicherungen und insbesondere die deutlich erhöhten Löhne. Die Orientierung an der Grundlohnsummensteigerung wird den realen Anforderungen an qualifiziertes Fahrdienstpersonal nicht gerecht. Landesweit haben sich die Leistungserbringer im Bereich der Krankenbeförderung zusammengeschlossen.
Mit der AOK sind bereits zwei Verhandlungsrunden gescheitert.
Die Ersatzkassen zeigen sich zwar handlungsbereiter, ein Ergebnis steht jedoch noch aus. Im Anschluss an die gestrige Verhandlung fand eine Pressekonferenz statt, bei der der ASB auch mit einem Fahrzeug und Betroffenen präsent war. Frau Dreger, Einrichtungsleiterin der Wohnstätte für Menschen mit Behinderung Lichtblick berichtete eindrücklich aus ihrem Alltag: Krankentransporte für notwendige Arzttermine sind kaum noch zu organisieren. Der Verweis der Krankenkassen darauf, es gebe ausreichend Leistungserbringer im Land Brandenburg, greift in der Praxis nicht. Der Verweis Telefonlisten helfen nicht weiter, wenn keine Fahrten verfügbar sind.
Für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner ist eine Eigenfinanzierung ausgeschlossen, da Sozialhilfebeziehende Krankentransporte nicht aus eigenen Mitteln zahlen können. Die Verantwortung für die Sicherstellung der Versorgung liegt bei den Krankenkassen. Das aktuelle Vorgehen wird daher als fragwürdig und dem Versorgungsauftrag nicht angemessen bewertet.
Fazit: Ohne zeitnahe Anpassung der Kostensätze drohen weitere Versorgungslücken in der Krankenbeförderung mit direkten Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten sowie soziale Einrichtungen in Brandenburg.






