Die Finanzierung von Krankenfahrten steht in Brandenburg weiter unter erheblichem Druck. Hintergrund sind laufende Vergütungsstreitigkeiten zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern, die inzwischen spürbare Auswirkungen auf die Organisation von Fahrten zu medizinisch notwendigen Behandlungen haben.
Wie der Meetingpoint Brandenburg an der Havel berichtet, hat Brandenburgs Gesundheits- und Sozialministerin Britta Müller nun reagiert und eine rechtsaufsichtliche Prüfverfügung erlassen. Ziel ist es, zu klären, ob die Krankenkassen ihrem gesetzlichen Sicherstellungsauftrag weiterhin nachkommen.
In Potsdam stellte die Ministerin unmissverständlich klar, dass wirtschaftliche Auseinandersetzungen nicht zulasten der Patientinnen und Patienten gehen dürfen. Versicherte müssten sich darauf verlassen können, dass notwendige Behandlungen erreichbar bleiben – unabhängig davon, ob Vergütungsfragen geklärt sind oder nicht.
Besonders kritisch sieht das Ministerium Hinweise darauf, dass Versicherte Behandlungen absagen müssen oder in finanzielle Vorleistung gehen sollen, um notwendige Fahrten überhaupt antreten zu können. Genau diese Punkte sollen die Krankenkassen nun detailliert darlegen: Wie wird die Versorgung aktuell sichergestellt? Welche Maßnahmen greifen, um Ausfälle bei Krankenfahrten zu vermeiden?
Auch in Brandenburg an der Havel sind Krankenfahrten ein zentraler Bestandteil der medizinischen Versorgung – insbesondere für ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Sie sind auf verlässliche Strukturen angewiesen, um Arzttermine, Therapien oder Krankenhausbehandlungen wahrnehmen zu können.
Der ASB steht hier als Hilfsorganisation täglich in der Verantwortung, Versorgungslücken zu vermeiden. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Entwicklungen, wie fragil das System wird, wenn Vergütungsfragen ungelöst bleiben und auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen werden.
Die Initiative des Gesundheitsministeriums setzt ein deutliches Signal: Der gesetzliche Anspruch auf Versorgung ist nicht verhandelbar. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob und wie die Krankenkassen ihrer Verantwortung gerecht werden – und ob kurzfristig Lösungen gefunden werden, die Patientinnen und Patienten vor weiteren Belastungen schützen.
Der ASB wird die Entwicklung aufmerksam verfolgen.

