Im Streit um die Vergütung von Krankenfahrten haben sich die Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF) und die AOK Nordost am 22. Januar 2026 auf eine Vergütungssteigerung für das Jahr 2026 verständigt. Mit dem Abschluss enden zugleich die seit dem 9. Januar bestehenden Einschränkungen bei Krankenfahrten für AOK-Versicherte.
Damit werden Verordnungen ab sofort wieder regulär angenommen und Krankenfahrten in der gewohnten Qualität durchgeführt. Die Versorgung kehrt auf die vertraglich vereinbarte Grundlage zurück.
Die zuvor geltenden Einschränkungen hatten bei Patientinnen und Patienten, Arztpraxen sowie Kliniken zu spürbaren Problemen geführt. Teilweise kam es zu Umsteuerungen auf andere Anbieter und zu Unsicherheiten im Versorgungsablauf. Mit der nun erzielten Einigung sollen diese Störungen beendet werden.
Ziel der Verhandlungen war es nach Angaben beider Seiten, eine verlässliche Versorgung in Brandenburg sicherzustellen, ohne die Beitragszahlenden übermäßig zu belasten. Dabei seien sowohl die Leistungserbringer als auch die Krankenkasse an ihre Belastungsgrenzen gegangen.
Andreas Kaczynski, Sprecher der BAGF, betont die Bedeutung des Abschlusses für die Zukunft der Fahrdienste im Land:
„Es waren harte Verhandlungen, die beide Seiten an ihre Grenzen gebracht haben. Umso erleichterter sind wir, dass eine Einigung erzielt werden konnte. Der Abschluss zeigt, dass auch unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen verantwortungsvolle Lösungen möglich sind. Krankenfahrten sind elementar für die gesundheitliche Versorgung in Brandenburg.“
Auch die AOK Nordost sieht die Einigung als tragfähigen Kompromiss. Tom Forbrich, Bereichsleiter Verträge und Produkte, erklärt:
„Die wichtigste Botschaft ist: Die Krankenfahrten für unsere Versicherten in Brandenburg sind gesichert. Der Abschluss berücksichtigt die wirtschaftliche Situation der Hilfsorganisationen und wahrt zugleich unseren gesetzlichen Auftrag, verantwortungsvoll mit Beitragsgeldern umzugehen.“
Für den ASB und die weiteren in der BAGF zusammengeschlossenen Organisationen schafft die Einigung zunächst Planungssicherheit. Sie ist eine Voraussetzung dafür, Krankenfahrten weiterhin zuverlässig anbieten zu können – insbesondere für ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die auf diese Leistungen angewiesen sind.
Die Vereinbarung zeigt zugleich, wie angespannt die Rahmenbedingungen im Bereich der Krankenfahrten sind. Umso wichtiger bleibt es, tragfähige Lösungen zu finden, die Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität miteinander verbinden.
Die Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF) ist ein Zusammenschluss von derzeit rund 140 Anbietern aus dem Taxigewerbe und den Hilfsorganisationen. Mit etwa 1.600 Fahrzeugen erbringen sie landesweit Krankenfahrten in Brandenburg. Zum Verbund gehören unter anderem der ASB Landesverband Brandenburg e.V., der DRK-Landesverband Brandenburg e.V., der Paritätische Landesverband Brandenburg e.V., die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Berlin/Brandenburg sowie der Taxi Verband Berlin-Brandenburg e.V.

